Nach wie vor wird Hypnose nur zu oft als etwas Esoterisches, Magisches, zuweilen sogar Gefährliches betrachtet, von dem man im letzten Fall logischer Weise am besten die Finger lässt. Andererseits besteht – vielleicht gerade weil sie so schwer einzuordnen ist – auch ein reges Interesse an ihr.
Hypnose weckt Ängste. Angst davor, dass wir auf einmal jemandem ausgeliefert sein könnten, der uns kontrolliert und uns seinen Willen aufzwingt. Furcht vor einem Zustand, in dem wir alles tun und erzählen, was von uns verlangt wird.
Das Bild des Hypnotiseurs mit dem stechenden Blick, der einem in die Augen starrt und dabei mit beschwörender Stimme auf einen einredet, bis man in Trance fällt, ist weit verbreitet. Dem Hypnotiseur wird gleichsam eine magische Kraft zugesprochen, der man sich nicht entziehen kann. Hypnose hat jedoch nichts mit Magie zu tun. Fast jede Person kann die Techniken erlernen und einsetzen
Die Furcht, die Kontrolle über sich zu verlieren, ist eines der großen Schreckgespenster der Hypnose. Kaum ist man in Trance – so die Vorstellung – kann der Hypnotiseur mit einem machen, was er will. Unser Wille wird von ihm beherrscht, die Moral total ausgeschaltet.
Solche Meinungen werden ebenfalls sehr stark durch Show-Hypnose, den Einfluss von Filmen oder Meldungen aus der Sensationspresse gefördert.
Oftmals reagieren Klientinnen und Klienten, die das erste Mal in Hypnose waren, ziemlich erstaunt: "Bin ich wirklich hypnotisiert gewesen? Ich habe ja alles rund herum mitbekommen. Ich hätte jederzeit aufstehen und gehen können." usw. Diese Reaktionen zeigen, dass der hypnotische Zustand alles andere als eine Entrückung darstellt. Man hat jederzeit die volle Kontrolle über sich. Klar, wenn der Zustand als sehr angenehm empfunden wird – was meist der Fall ist – kann es schon mal sein, dass man ein wenig "entschwebt" - genauso, wie das bei Tagträumen vorkommt. Doch wird niemand Dinge ausplaudern, die man nicht ausplaudern will. Es wird niemand sich in einer Art bloßstellen, die er nicht selbst verantworten kann.
Eine weitere gängige Ansicht besteht im Glauben, dass hypnotisierte Personen total bewegungsunfähig seien (Katalepsie), und sich zudem nach der Hypnose an nichts mehr erinnern könnten. Man hat also Angst davor, manipuliert zu werden, ohne sich dessen im Nachhinein bewusst zu sein.
Es ist tatsächlich möglich, unter Hypnose das Phänomen der teilweisen oder ganzen Körperstarre zu produzieren. Jedoch nur dann, wenn die Klientin oder der Klient mit dem Hypnotiseur kooperiert und die Erzeugung dieses Zustandes zulässt. Da Katalepsie keinen therapeutischen Zweck erfüllt, wird sie jedoch in der Therapie praktisch nie hervorgerufen.
Das "Problem" des Vergessens begegnet uns allen tagtäglich. Ständig entfallen uns Informationen oder kehren nur verzerrt, respektive bruchstückhaft zurück ins Gedächtnis.
Alles in allem wird unter Hypnose eher Vergessenes wieder ins Gedächtnis zurückgerufen als umgekehrt.
Ein weiteres – zunächst positiv scheinendes Vorurteil – ist die Idee, dass Hypnose ein Wunderheilmittel sei. Oft glauben Hilfesuchende, sie könnten dem Therapeuten ihr Problem schildern, dieser hypnotisiere sie einmal und danach sei alles wieder in Ordnung. Sie vertrauen somit darauf, dass ein fremder Mensch ihr Problem löst. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hypnosetherapie sind jedoch Motivation und Mitarbeit der Klientinnen und Klienten. Ohne diese Grundlagen können praktisch keine wirksamen Ergebnisse erzielt werden.
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Und wenn den Therapeuten während der Hypnose der Schlag trifft?
Wer hypnotisiert wird, kommt auf jeden Fall wieder zurück – mit oder ohne Unterstützung des Hypnotiseurs. Im "schlimmsten" Fall geht die Hypnose in Schlaf über, aus dem man nach einiger Zeit erfrischt und munter wieder erwacht.
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Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die meisten Vorurteile über Hypnose in das Reich der Märchen und Fabeln gehören. Grundsätzlich gilt immer: Niemand ist in Hypnose dem Hypnotiseur ausgeliefert. Niemand würde in Hypnose Dinge tun, die er im Wachzustand ablehnen würde. Hypnose basiert immer auf Freiwilligkeit und man ist zu jeder Zeit in der Lage, die Hypnose eigenständig zu beenden.
Angst vor Hypnose ist unbegründet. Im Gegenteil: Durch seriöse Therapeuten ausgeführte Hypnosen stellen eine hochwirksame Möglichkeit zur Beseitigung oder Linderung der verschiedensten Probleme dar.